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Folge 008 – Zelltypen von Pflanzen | Aufbau und Funktion


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Inhalt der Folge:

  • In der Folge 006 – Der Aufbau des Laubblattes | Blattquerschnitt haben wir ja bereits einige Gewebe bzw. Zelltypen von Pflanzen angesprochen!
  • Da wären zum Beispiel Abschlussgewebe wie die Epidermis und Grundgewebe wie das Palisadenparenchym.
  • In der heutigen Folge möchte ich die Liste gerne vervollständigen und alle weiteren Gewebetypen bzw. Zelltypen von Pflanzen auflisten und erklären!

Zelltypen von Pflanzen | Aufbau und Funktion

Wie entstehen verschiedene Zelltypen von Pflanzen?

Die meisten Pflanzen können sich auf zwei verschiedene Arten fortpflanzen:
Da wäre einerseits die generative Fortpflanzung (geschlechtliche Fortpflanzung) und andererseits die vegetative Fortpflanzung (ungeschlechtliche Fortpflanzung).

Bei der generativen Fortpflanzung entsteht aus einer befruchteten Eizelle über mehrere Zellteilungsschritte schließlich der fertige Pflanzen-Organismus.

Wie wir aus der Podcastfolge 004 – Determination und Differenzierung bei pflanzlichen Zellen gelernt haben:

„Obwohl alle Zellen eines Organismus aus einer einzigen befruchteten Eizelle hervorgehen, besteht ein Organismus aus unterschiedlichen Organen und Geweben, deren Zellen unterschiedlich aufgebaut sind!“

„Im Verlaufe der Entwicklung kommt es also sowohl bei Pflanzen als auch bei Tieren zu einem sogenannten „Verschiedenwerden“ der Zellen und es entstehen verschiedene Zelltypen!“

Welche Zelltypen das bei Pflanzen sind, besprechen wir heute!

Zelltypen von Pflanzen

Die zwei übergeordneten Gruppierungen von Geweben

Grundsätzlich unterscheidet man zunächst zwei übergeordnete Gewebetypen:

  1. Bildungsgewebe (Meristeme)

    • Die Zellen der Bildungsgewebe sind undifferenziert, besitzen keine Vakuolen und sind dauerhaft teilungsfähig!
    • Sie dienen ausschließlich der Bildung von neuen Zellen, die sich dann im Laufe der Zeit differenzieren.
    • Man unterscheidet bei Bildungsgeweben außerdem primäre und sekundäre Meristeme.
      → Die primären Meristeme stammen direkt von der Zygote ab.
      → Sekundäre Meristeme sind Bildungsgewebe, die aus bereits differenzierten Zellen entstanden sind.
  2. Dauergewebe

    • Man bezeichnet ein Gewebe als Dauergewebe, wenn die Zellen des Gewebes nicht mehr teilungsfähig sind!
    • Da nur die Zellen der Meristeme teilungsfähig sind, fallen alle anderen Gewebetypen unter den Begriff Dauergewebe!

Es gibt dementsprechend viele verschiedene Typen von Dauergeweben!

Die verschiedenen Dauergewebe im Überblick

Gehen wir die verschiedenen Zelltypen von Pflanzen einmal durch:

  1. Abschlussgewebe

    Aufbau der Zellen:
    → Verdickte Zellwände / In manchen Fällen auch verholzte/verkorkte Zellwände
    → Zentrale Vakuolen bei Epidermiszellen
    → Cuticula auf den Epidermiszellen
    → Wasserabweisende verkorkte Zellen beim Periderm
    → Teilweise tote Zellen

    Funktion:
    → Schutz vor Wasserverlust durch Verdunstung
    → Schutz vor UV- bzw. Sonneneinstrahlung
    → Schutz vor physischen Verletzungen
    → Schutz vor Parasiten/Schädlingen

    Vorkommen in Pflanzen:
    → Die Epidermis ist das primäre Abschlussgewebe der Pflanzen.
    → Das Periderm ist das sekundäre Abschlussgewebe, das während des „Sekundären Dickenwachstums“ entsteht.
    Sekundäres Dickenwachstum ist die nachträgliche Verdickung der Sprossachse von Pflanzen, die an Größe zunehmen, um zusätzliche Leitungsgewebe und Festigungsgewebe auszubilden.
    Dieser Querschnittzunahme kann die Epidermis nicht standhalten (Dauergewebe wie die Epidermis wachsen nicht mit, weil sie nicht teilungsfähig sind!), weshalb sie von einer Korkschicht, dem Periderm, ersetzt wird.

  2. Grundgewebe (Parenchyme)

    Aufbau der Zellen:
    → Wenig differenzierte, lebende Zellen
    → Dünne Zellwände
    → Viele Chloroplasten beim Assimilationsparenchym/Palisadenparenchym
    → Viele Leukoplasten (Speicherorganellen) beim Speicherparenchym
    → „Interzellularen“ beim Schwammparenchym

    Funktion:
    → Assimilationsparenchym/Palisadenparenchym: Fotosynthese
    → Schwammparenchym: Kontrollierter Gasaustausch, Transpiration, Durchlüftung (Interzellularsystem)
    → Speicherparenchym: Speicherung von Makro- und Mikronährstoffen

    Vorkommen in Pflanzen:
    → Assimilationsparenchyme/Palisadenparenchyme und Schwammparenchyme kommen bei Pflanzen vor allem in den Laubblättern vor.
    Speicherparenchyme befinden sich unter anderem in den Wurzeln (manchmal in Form von Rhizomen) und teilweise in Sprossachse und Laubblättern.

  3. Leitgewebe / Leitungsgewebe

    Aufbau der Zellen:
    Xylem:
    → Tote, langgestreckte Zellen
    → Kein Cytoplasma
    → Teilweise bis komplett verholzte Zellwände
    → Aneinanderreihung von Zellen, die sich durch Tüpfel oder komplett aufgelöste Querwände zu Leitungsbahnen zusammengeschlossen haben
    Phloem:
    → Lebende, langgestreckte Zellen
    → Unverholzte Zellwände
    → Enthalten Cytoplasma
    → Aneinanderreihung von Zellen, dessen Querwände durchlöchert sind

    Funktion:
    Xylem: Leitet Wasser und die darin gelösten Nährsalze
    Phloem: Leitet die Assimilate (Fotosyntheseprodukte)

    Vorkommen in Pflanzen:
    → Beide Leitungsgewebe durchziehen den gesamten Pflanzenorganismus.

  4. Festigungsgewebe

    Aufbau der Zellen:
    Kollenchym:
    → Lebende Zellen
    → Langgestreckte Zellen mit partiell verdickten Zellwänden
    Sklerenchym:
    → Tote Zellen
    → Extrem verstärkte Zellwände durch Einlagerungen von Zellulose und Lignin (Holzstoff)
    → Das Sklerenchym kann in Form von Steinzellen oder Sklerenchymfasern vorliegen
    → Steinzellen sind verholzte Zellen, die z.B. die Schalen von Nussfrüchten bilden
    → Sklerenchymfasern sind langgestreckte, verholzte Zellen, die sich meist zu Faserbündeln zusammenschließen und Biegungsbelastung abpuffern

    Funktion:
    → Festigungsgewebe geben der Pflanze Stabilität und schützen sie vor Zug- und Biegungsbelastung

    Vorkommen in Pflanzen:
    → Sklerenchym kommt nur bei holzigen Pflanzen vor und durchzieht den gesamten Pflanzenorganismus.
    → Krautige, unverholzte Pflanzen gewinnen Stabilität durch eine Kombination aus Zellsaftdruck (Turgor) und Kollenchym.

  5. Absorptionsgewebe (Wurzelhaare)

    Aufbau der Zellen:
    → Lebende Zellen
    → Sehr feine, dünne Zellwände ohne Cuticula
    → Langgestrecke, haarartige Zellen (Wurzelhaare)

    Funktion:
    → Dienen der Aufnahme von Wasser und den darin gelösten Nährsalzen aus dem Boden

    Vorkommen in Pflanzen:
    → Wurzelhaare befinden sich immer nur in unmittelbarer Nähe der Wurzelspitzen.
    → Wächst die Wurzel und schiebt sich dabei weiter in den Boden, werden dementsprechend in unmittelbarer Nähe der Wurzelspitzen neue Wurzelhaare gebildet und die älteren sterben ab.

Hier gelangst du zur Podcast Folgenübersicht auf meiner Website!

Über Anregungen, Verbesserungsvorschläge und Kommentare freue ich mich immer sehr! 🙂

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